Geht das nur mir so?! — Christoph Stroppel

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Was treibt uns an zu gestalten? Ist Geld der Motor unseres Schaffens? Würden wir unseren Beruf ausüben, wenn sich niemand dafür interessiert? Wie gehen Lehrende mit unseren Arbeitsweisen um? Ist neben so viel Kreativität noch Platz für Solidarität? Motivationen weisen uns auf vermeintlich richtige und oft falsche Wege. Sie wecken Hoffnungen, leiten Depressionen ein und decken Chancen auf. Der Statusbericht eines Studenten, dessen wahre Motivation hinter Egoismus, dem Drang nach Aufmerksamkeit und Illusionen der Kreativszene verborgen liegt.

2 Comments

  1. und alle so
    Posted 25. September 2009 at 01:17 | Permalink

    ich finde, die meisten “kreativen” befinden sich auf einem egotrip, der für andere schnell verletzend wird. ich ich ich, wer bist denn du du du, geld geld leistung zukunft.
    allerdings frage ich mich manchmal, ob ich nicht auch dazu gehöre, zu den ego-kreativen.
    diese gedanken bremsen meinen ego-aktionismus, weil ich an die meinen denken muss. dies befreit mich dann vom gestaltungsdruck, da ich mich auf bedürfnisse anderer konzentriere. dadurch entstehen frische gedanken,spontane ideen, neue werke: meine kreativität.

  2. Ky
    Posted 13. Oktober 2009 at 20:37 | Permalink

    Hmm…
    “Geld der Motor unseres Schaffens”, das klingt wieder so wahnsinnig polemisch Provokant. Is das denn was negatives?!
    Natürlich is Geld nicht der Motor unseres Schaffens, aber unser Treibstoff. Ohne Hamham keine Energie für Arbeit.
    Natürlich werden wir unsere Arbeit nicht in diesem Umfang tun, wenn sich wirklich kein Mensch dafür interssiert. Ginge garnicht, es sei denn wir hätten nen reichen Onkel. Aber wenn der das auch für Unsinn hielte, hälfe womöglich selbst das nicht.
    Wieso wäre man denn gleich ein “Ego-Kreativer”, wenn man etwas nicht machen mag, sobald es niemanden mehr interessiert? Im Gegenteil kann man doch auch behaupten, dass man damit ein “Sozial-Kreativer” wäre. Der etwas machen will, womit die Leute auch was anfangen können! O.o
    Wenn sich wirklich niemand dafür interessieren würde, würden wir die Arbeit vielleicht in geringerem Umfang tun, aus Spaß an der Freude für uns selbst. Das könnte man nun genauso “Ego-Kreativ” nennen, weil man’s ja nur für sich macht.

    Ich denke, das Geheimnis is letztlich das richtige Maß. Genügend darauf achten, dass die anderen was mit meinem Zeug anfangen können. Aber auch selber mit der eigenen Arbeit glücklich werden. Weil ich glaube auf die Dauer gesehn macht ein unglücklicher Designer crappy Design.

    Meine Bitte: Lasst euch da auch nicht so viel von den Profs rein reden! Da versuchen se euch in ne Richtung zu biegen, die ihnen gefällt. Aber euch liegt das nicht und deshalb finden se’s am Ende schlechter als hättet ihr euer Ding durchgezogen. Man kann behaupten, immer nur sein Ding zu machen wäre wieder “Ego”.
    (Stimmt auch, wenn man wirklich “immer nur” sein Ding macht. Ab- und zu auch mal zugeben, dass die Idee, die erstmal so esoterisch klang dann doch die Arbeit voran gebracht hat tut auch ganz gut.)
    Aber ich halte dagegen: Wenn man sein Fähnchen ständig nach dem Wind stellt braucht man sich nicht Wundern, wenn die eigenen Arbeiten keinen Charakter haben.

    Ja, auch genügend drauf achten, dass die eigene Arbeit anständig bezahlt wird, weil es in der Tat auch unsolidarisch gegenüber seinen Kollegen ist. Es hat sich bereits schon bei viel zu vielen Arbeitgeber das unanständige Denken eingebürgert das gehörte sich so, dass Praktikanten umsonst zu haben sind.
    Aber eben auch nich meinen, der Gedankengang der mir heut Morgen beim Rülpsen unter der Dusche gekommen ist, wäre so viel wert wie der Jahreslohn eines Facharbeiters.

    Für mich persönlich muss mein Zeuch einfach primär Funktional sein, sekundär Hübsch. Und wenn unsere Design-Profs bei dem Wort am liebsten sterben möchten, um sich im Grab umdrehen zu können, dass kann man mir trozdem nicht ausreden. “Ästhetisch”, “Spannungsvoll”, “Formschön”… diese Begriffe klingen doch nur wichtiger als ihre Synonyme und sind dem Endnutzer völlig Latte, für ihn muss es “nur gut aus sehn”: “cool”, “nett”, “irgendwie irre”, “hübsch”,…
    Ich glaube, das wäre eine gute Übung für unsere Zunft: erstmal Verbal aufm Boden zu bleiben.

    Greetz, Ky.