Komm in die Gänge — Marion Walter und René Gabriel

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Seit mehr als sieben Jahren schimmelt das denkmalgeschützte Gängeviertel mitten in Hamburg vor sich hin. Einsam, verlassen und vergessen steht es da, und es regnet in die Dächer. Der Einzige, der sich für dieses Quartier mit den über 100 Wohnungen und
Räumen zu interessieren schien, war bis vor kurzem ein Investor aus Holland – der 80% abreißen wollte, um Loftwohnungen und Büros zu bauen. Auf der anderen Seite herrscht unter den KünstlerInnen und Kreativen in Hamburg seit Jahren eine akute Raumnot.

Am 22. August 2009 kam dann zusammen was zusammengehört: Die Initiative »Komm in die Gänge« nahm sich dem Gängeviertel unter Beteiligung von über 200 Hamburger KünstlerInnen, Kreativen und Querdenkern an und setzte damit dem Leerstand ein Ende.

Nun herrscht ein reges Treiben in dem ehemaligen Leerstand. Alleine am Eröffnungswochenende kamen über 3000 BesucherInnen und bestaunten die vielen Kunstexponate in den 12 Häusern. Täglich werden die Häuser seitdem für die Öffentlichkeit geöffnet, es gibt zahlreiche Wechselausstellungen, Konzerte, Filme, Lesungen, Vorträge und Diskussionen über die Zukunft des Gängeviertels. Außerdem wurden eine VoKü und Bars eingerichtet.

Zwei der InitiatorInnen von »Komm in die Gänge« werden über die letzten Wochen berichten und einen Ausblick auf die Zukunft des Gängeviertels werfen, denn das Anliegen der Initative ist es, den letzten Rest der ehemals für Hamburg stadtpildprägenden Gängeviertel langfristig zu einen selbstbestimmten, lebendigen Ort inmitten der ansonsten zubetonierten und totsanierten Innenstadt zu entwickeln.

3 Comments

  1. Christoph
    Posted 6. November 2009 at 14:08 | Permalink

    Ganz interessanter Artikel zum Thema:
    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,659383,00.html

  2. Christoph
    Posted 7. November 2009 at 19:29 | Permalink

    und noch einer

    Lasst den Scheiß!

    Hamburg nur noch als »Marke«, der wir Aura, Ambiente und Freizeitwert verpassen sollen? Das machen wir nicht mit. Ein Künstler-Manifest gegen die Hamburger Kulturpolitik
    http://www.zeit.de/2009/46/Kuenstlermanifest

  3. Posted 25. Dezember 2009 at 09:30 | Permalink

    Kunst siegt über Kommerz

    Investor Hanzevast einigt sich mit Hamburg. Senat kauft historisches Quartier für 2,8 Millionen Euro zurück. Nun wird mit Künstlerinitiative über die Nutzung verhandelt und ein städtebauliches Konzept erarbeitet

    http://www.taz.de/regional/nord/nord-aktuell/artikel/1/kunst-siegt-ueber-kommerz/